Anwendungen von KI-generierten Grundrissen in der Architektur

Okt. 8, 2025

Einleitung

Das Aufkommen künstlicher Intelligenz im Design hat neue Möglichkeiten für die Automatisierung der Erstellung von Architekturgrundrissen eröffnet. In den letzten Jahren haben KI-gesteuerte generative Modelle in der Architektur an Popularität gewonnen und versprechen, den Arbeitsablauf des Architekten zu ergänzen und zu bereichern. Die algorithmische Generierung von Grundrissen ist nicht ganz neu – frühere Ansätze wie Formgrammatiken und L-Systeme haben gezeigt, dass es möglich ist, Designregeln für die automatische Layoutgenerierung zu kodieren. Allerdings mussten solche regelbasierten Systeme oft für jeden spezifischen Stil oder jedes spezifische Problem fest programmiert werden, was ihre Flexibilität einschränkte. Heute verändern datengesteuerte Maschinelle Lernverfahren die Erstellung von Grundrissen, indem sie Designmuster aus großen Datensätzen lernen, anstatt sich auf manuell programmierte Regeln zu stützen.

Anwendungsfälle für KI-generierte Grundrisse

1. Designuntersuchung in der Frühphase

Architekten können anhand allgemeiner Kriterien schnell mehrere schematische Grundrissoptionen erstellen. Mit Systemen wie Graph2Plan können Designer die Anzahl der Räume und deren Anordnung festlegen und sofort gültige Pläne erstellen.

2. Automatisiertes Layout für Entwickler

Immobilienentwickler nutzen generative Tools, um Gebäudepläne unter Berücksichtigung von Bebauungsvorschriften und räumlichen Beschränkungen zu bewerten. Plattformen wie Architechtures liefern schnelle, optimierte Wohnraumpläne für Machbarkeitsstudien und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.

3. Individuelles Design für Kunden und Mieter

Benutzer können spezifische Präferenzen eingeben und erhalten maßgeschneiderte Grundrisse. Tools wie Maket und Qbiq unterstützen die Erstellung von mieterspezifischen Büro- und Wohnraumplänen und akzeptieren sogar Eingaben in natürlicher Sprache.

4. Leistungsorientierte Raumplanung

KI wird eingesetzt, um Layouts hinsichtlich ihrer funktionalen Leistungsfähigkeit (z. B. Wegstrecken, Beleuchtung) zu optimieren. Techniken wie evolutionäre Algorithmen helfen dabei, Pläne für Pflegeeinrichtungen oder Bildungsräume zu erstellen.

5. Generierung von Verfahrensinhalten

Außerhalb der Architektur werden generative Grundriss-Tools in Spielen und Simulationsumgebungen verwendet, um realistische Innenräume automatisch zu generieren.

Technologien und Methoden

Generative Adversarial Networks (GANs)

GANs synthetisieren Grundrisse, indem sie aus Datensätzen lernen. Frühe Modelle erfassten allgemeine räumliche Muster, hatten jedoch Schwierigkeiten mit der Feinsteuerung. House-GAN- und pix2pix-ähnliche Ansätze waren Vorreiter bei der bildbasierten Generierung.

Graphbasierte neuronale Netze

GNNs behandeln Räume und Angrenzungen wie einen Graphen. Graph2Plan wandelt einen Layoutgraphen und eine Begrenzung in einen vollständigen Plan um und ermöglicht so eine editierbare, beschränkungsbewusste Generierung.

Diffusionsmodelle

Neuere Modelle wie HouseDiffusion und FloorplanDiffusion verwenden Denoising, um aus Rauschen schrittweise Pläne zu erstellen, was eine multikonditionale und nicht-geradlinige Generierung ermöglicht. Einige sind in LLMs (z. B. ChatHouseDiffusion) für Text-zu-Layout-Workflows integriert.

Evolutions- und Optimierungsalgorithmen

Algorithmen wie NEAT und NSGA-II untersuchen Layoutkombinationen, um mehrere Ziele zu optimieren. Diese werden verwendet, wenn Leistungskriterien (wie Effizienz oder Kosten) neben Designbeschränkungen erfüllt werden müssen.

Vorteile

  • Geschwindigkeit und Produktivität: Erstellen Sie Tausende von Layouts in wenigen Minuten.
  • Verbesserte Kreativität: Entdecken Sie neuartige Layouts, die über herkömmliche Denkweisen hinausgehen.
  • Multi-Ziel-Optimierung: Bringen Sie Tageslicht, Zirkulation, Kosten usw. in Einklang.
  • Wissensspeicherung: Lernen Sie Best Practices aus Trainingsdaten.
  • Kosteneinsparungen: Reduzieren Sie Zeit und Arbeitsaufwand in der frühen Entwurfsphase.

Herausforderungen

  • Constraint Satisfaction: Sicherstellen, dass die Ergebnisse nutzbar und umsetzbar sind.
  • Data Bias: Begrenzte und homogene Trainingsdatensätze verringern die Vielfalt.
  • User Control: Schwierigkeiten bei der Anpassung bestimmter Aspekte der generierten Layouts.
  • Transparenz: Mangelnde Erklärbarkeit bei Black-Box-Modellen.
  • Praxisintegration: Lernkurve und kultureller Widerstand in Unternehmen.

Schlussfolgerung

KI-generierte Grundrisse verändern die Architekturplanung, indem sie die Erstellung früher Entwürfe automatisieren, Massenanpassungen ermöglichen und die Kreativität fördern. Technologien wie GANs, GNNs und Diffusionsmodelle bieten vielfältige Ansätze mit unterschiedlichen Kontroll- und Realismusgraden. Trotz Einschränkungen in Bezug auf Daten, Interpretierbarkeit und Umgang mit Einschränkungen ist die KI darauf ausgerichtet, die Rolle des Architekten zu ergänzen, nicht zu ersetzen – indem sie eine Reihe neuer Werkzeuge bereitstellt, die Arbeitsabläufe optimieren und zu besseren Entwürfen inspirieren können.